Zahnärzte Initiative Mönchengladbach - ZIM
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Zahnheilkunde trifft Kinder- und Jugendmedizin

Am 25.11.2008 fand die erste Veranstaltung der Reihe „ZIM trifft…„ statt. Die Mönchengladbacher Zahnärzte hatten die Kinder- und Jugendärzte eingeladen.
Es kamen ca. 65 Zahnärzte sowie ca. 20 Kinder- und Jugendärzte aus den Mönchengladbacher Kliniken und Praxen.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der ZIM Dr. Stephan Kranz, den Obmann der Kinder- und Jugendärzte Dr. Jörg Hornivius und den Chefarzt der pädiatrischen Abteilung des Elisabethkrankenhauses Mönchengladbach Professor Michael Kölfen, berichtete Herr Dr. Michael Wesseler, Zahnarzt im öffentlichen Gesundheitsdienst der Stadt Mönchengladbach, über die unterschiedliche Verteilung der Karieskurven in verschiedenen Mönchengladbacher Schulen in Abhängigkeit sozialer Faktoren.
Dr. Wesseler berichtete an Hand seiner persönlich erstellten Statistiken basierend auf seinen Reihenuntersuchungen in Kindergärten und Schulen über die hohe Übereinstimmung niedriger sozialer Faktoren und Karieshäufigkeit. Er konnte belegen, was viele schon vermuteten: Karies im Schulalter ist primär ein soziales Problem.
Dr. Jürgen Zitzen, Vorstandsmitglied der ZIM, sprach über die aktuellen Richtlinien zur Fluoridierung. Derzeit gebe es eine Diskrepanz zwischen der zahnärztlichen und kinderärztlichen Empfehlung.
Die Zahnärzte geben der lokalen Fluoridierung über Zahncreme, Speisesalz und im Mund applizierbare Medikamente den Vorzug, die Kinderärzte ziehen die systematische Fluoridierung mit Tabletten vor. Dr. Zitzen zeigte anhand von eigenen Fallbeispielen, dass beides zusammen oft zu einer Überfluoridierung mit weißen Flecken auf den Zähnen führe und forderte ein einheitliches Vorgehen beider Gruppen.

Der Hauptreferent war Professor Dr. Thomas Attin, Leiter der Abteilung Zahnerhaltung und Kariologie der Universität Zürich. Sein Thema war „Das Fluorid- Konzept – Prophylaxe ist mehr als Fluoridierung".

Er berichtete über den internationalen Erfolg in der Bekämpfung der Karies und lobte das Engagement der deutschen Zahnärzte. Die Neuerkrankungsrate sei in Deutschland inzwischen deutlich unter der Forderung der Weltgesundheitsorganisation WHO angelangt und belege einen internationalen Spitzenplatz. Eindrucksvoll und anschaulich referierte er über die Themen Gruppen- und Individualprophylaxe. Auch er mahnte zu einem einheitlichen Vorgehen in der Fluoridierung.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach Norbert Bude sprach einige Grußworte. Er war beeindruckt vom Engagement der Mönchengladbacher Zahnärzte und verfolgte aufmerksam und interessiert die Fachvorträge.

Das Resultat der Veranstaltung ist, dass die Kinder- und Jugendärzte der Stadt das Thema Karies vermehrt in ihre Vorsorgeuntersuchungen einbinden. Es liegt nun in allen Praxen ein zahnmedizinischer Kinderpass bereit, der die Eltern der null- bis sechsjährigen Kinder umfassend für jeden Altersabschnitt informiert.

Um diese Vernetzung nachhaltig zu garantieren, hat sich die Aktion ZIMkid gegründet. Auf einer eigenen Webseite gibt es Informationen und Verweise zum Thema und eine Liste der Mönchengladbacher Zahnärzte, die sich auch zu einer Behandlung von Kindern im Vorschulalter bekannt haben.
Link zur ZIMkid-Website: www.ZIMkid.de